Blick auf die Dorflage am Bothkamper SeeBlick von Bissee aus über den See Richtung KirchbarkauSt. Katharinenkirche mit HolzglockenturmAlter Bahnhof als Wohnhaus ausgebaut
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Das MarktTreff-Modell

Innovative Ansätze zur Daseinsvorsorge und Infrastruktur
Der MarktTreff in der Trägerschaft der Bürgergenossenschaft Barkauer Land eG

 

Im Rahmen des Pilotprojektes des Landes Schleswig-Holstein (LDZ-Ländliche Dienstleistungszentren) wurde 2001 der MarktTreff in Kirchbarkau eröffnet und von privaten Betreibern anfänglich sehr erfolgreich geführt, aber seit 2008 mit spürbaren Einbußen im Umsatz. Das lag vor allem an dem großen Einkaufzentrum, das in 7 km Entfernung Richtung Kiel eröffnet hatte; die Kirchbarkauer und Einwohner der Nachbardörfer konnten so auf ihrem Arbeitsweg ihre Einkäufe erledigen.


Aus Altersgründen gaben die Betreiber den MarktTreff im Oktober 2014 auf, und die FISOLE GmbH aus Pinneberg übernahm den Betrieb. Obwohl die Gemeinde inzwischen EU-Gelder für eine energetische Sanierung und einen behindertengerechten Umbau eingeworben hatte und sich ein aktiver Unterstützerkreis aus bis zu 20 Ehrenamtlichen gebildet hatte, um dem überforderten Personal unter die Arme zu greifen, stieg die FISOLE schon nach einem Jahr aus dem Projekt wegen des dramatischen Einbruchs des Umsatzes und der zu hohen Energiepreise wieder aus. Sie sah keine positive Prognose für den Dorfladen.

Kuturort MarktTreff
SH-Förderung

Entschluss der Gemeinde, sich für die ländliche Nahversorgung einzusetzen:
Sollte, konnte die Gemeinde das Risiko übernehmen und 100.000 € für den angedachten Umbau investieren? Würde man einen erfahrenen Kaufmann dafür gewinnen können, denn es ist allgemein bekannt, dass ein Dorfladen viel Arbeit bei wenig Verdienst bedeutet. Der MarktTreff mit nicht mehr als 200 m² ist für erfahrene private Betreiber nicht attraktiv. Trotz all dieser widrigen Umstände entschied sich der Gemeinderat nach intensiven, offen und ehrlich geführten Diskussionen und Abwägungen einstimmig für den Erhalt des MarktTreffs. Gemeinschaftlich wurden Gespräche mit potentiellen Lieferanten geführt – letztendlich blieb nur einer übrig (Bartels & Langness, Kiel). Ein Betreiber fand sich nicht.


So wurden Bürger der Gemeinde kreativ und gründeten im Juli 2016 eine Bürgergenossenschaft. Der Gedanke zielte darauf ab, dass sich die Kundinnen und Kunden besonders intensiv mit dem MarktTreff identifizieren würden, da zumindest die Genossinnen und Genossen gleichzeitig indirekt Betreiber des Ladens sein würden. Das Risiko lag nun nicht mehr auf einem einzelnen Betreiber. Zudem sollte das gesamte Barkauer Land angesprochen werden, um die bisher bereits hervorragende interkommunale Zusammenarbeit im Barkauer Land noch auszubauen. Tatsächlich haben bis heute mehr als 180 Engagierte Genossenschaftsanteile gezeichnet - neben vielen Kirchbarkauer Bürgerinnen und Bürgern auch zahlreiche Menschen aus den Umlandgemeinden und insgesamt 11 Gemeinden.


Formal wird die Genossenschaft durch einen ehrenamtlich tätigen Vorstand geleitet und durch einen ebenfalls ehrenamtlich tätigen Aufsichtsrat kontrolliert. Letzterer ist mit Mitgliedern verschiedener Gemeinden des Barkauer Landes besetzt. Seit Oktober 2016 ist die Bürgergenossenschaft Barkauer Land eG die Betreiberin des MarktTreff Barkauer Land, alle betriebswirtschaftlichen und formalen Fragestellungen unterliegen dem Vorstand. Dieses Modell ist einmalig in Schleswig-Holstein.

 

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