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Mit Hilfe des Genossenschaftskapitals konnte die Inbetriebnahme des neuen MarktTreffs geplant werden. Es wurden intensive Überlegungen zum Konzept des Ladens angestellt: Hinsichtlich des Sortiments und der Öffnungszeiten sollte er ein Laden für Jung und Alt werden, nachhaltig wirtschaften und regional aufgestellt sein. So wurde festgelegt:

  1. handwerklich hergestellte Bäckerwaren mit Sonntagsverkauf
  2. an den Kunden orientierte Auswahl des Sortiments
  3. günstige Preispolitik (keine höheren Preise als im großen Supermarkt)
  4. direkter Einbau einer Küche für die Zubereitung von Speisen. Inzwischen ist jeden Dienstag Suppentag und jeden Donnerstag Mittagstisch – beides wird von den unterschiedlichsten Kunden (Berufstätigen, Senioren) sehr gerne angenommen. Das bedeutet die sinnvolle Verarbeitung von nicht mehr verkäuflichem Gemüse, eine Minimierung des Bio-Abfalls und eine Erhöhung der Gewinnspanne.
  5. Einrichtung eines kleinen Cafés mit selbstgebackenem Kuchen
  6. Catering für kleine und auch größere Feierlichkeiten
  7. kostenloser wöchentlicher Lieferservice für unsere Kunden ab Warenwert von 20 €
  8. regionale Produkte aus den unmittelbaren Nachbardörfern oder aus der näheren Region

 

Bei diesem konstruktiven Ansatz zeigte sich Dr. Dagmar Thiele-Gliesche aus Kirchbarkau bereit, als angestellte Marktleiterin die Geschicke des MarktTreffs zu führen. Sie wird von einem Team von vier sozialversicherungspflichtigen Angestellten und vier 450 Euro-Kräften unterstützt.

 

Neben der Hilfe bei der ständigen Regalpflege haben inzwischen ca. 15 Ehrenamtliche aus Kirchbarkau, aber auch aus den Nachbargemeinden, komplett ganze Bereiche der Laden-Infrastruktur übernommen wie z.B. das Suppen-Team, das Catering-Team und der Lieferservice.


Da kein Mitglied des Gründungsteams Handelserfahrungen hatte, war die Lernkurve für alle Beteiligten sehr steil. Doch wurden recht schnell operative Prozesse professionalisiert; man kann sagen, dass sich der MarktTreff zum heutigen Zeitpunkt in einem „Regelbetrieb“ befindet.


In der Gemeinde sind unterschiedliche Projekte eng miteinander vernetzt:

  • Im Zuge der beabsichtigten Nachhaltigkeit gibt es keine Plastiktüten im Angebot des MarktTreffs mehr. Stattdessen näht derzeit das in der Gemeinde ansässige Integrations-Nähprojekt mit Flüchtlingen in seinem Auftrag mit Begeisterung Stofftaschen. So profitieren beide: die Nähgruppe durch einen guten Auftrag und der MarktTreff durch ein attraktives Angebot.
  • Zu dem großartigen Musical der Kirchengemeinde im Mai 2017 hat ein Team der ehrenamtlichen Mitarbeiter das Pausen-Catering übernommen. So konnten die Kosten für die Kirchengemeinde minimiert werden. Ihr Dank war riesengroß - es gibt keine bessere Werbung, zumal wenn sie von einem der verlässlichen, guten Kunden kommt.


Die Gemeinde hat mit ihrem Entschluss viel riskiert, doch hat sie in der Zeit, in der der Laden durch die Umbauarbeiten geschlossen war, erkannt, wie wichtig der Erhalt der guten dörflichen Infrastruktur ist. Dabei handelt es sich um mehr als die Gewährleistung der Grundversorgung. Im MarktTreff trifft man sich und tauscht sich aus. Hier bekommt man frische Bäckerbrötchen auch am Sonntag. Hier beziehen der Sportverein und die Feuerwehr ihre Getränke und weitere Artikel, hier geht das DRK einkaufen. Hier haben schon zahlreiche Schüler ein Praktikum absolvieren können ...


Aus dem ursprünglich „totgeglaubten“ Laden ist auf diese Weise ein zurzeit blühendes Geschäft entstanden. So konnte sich die Bürgergenossenschaft noch auf einem weiteren Feld der Daseinsvorsorge engagieren. November 2017 hat sie einen jungen Mann mit Handicap aus der Gemeinde einen Platz in unserer Gesellschaft gegeben, indem sie ihn für Arbeiten eingestellt hat, die er gut bewältigen kann - auf dem freien Arbeitsmarkt hätte er nicht vermittelt werden können. Sowohl das Angestellten-Team als auch die Kunden tragen diese (nicht immer nur einfache) Entscheidung mit.


Die Genossenschaft würde sich gerne weiteren Projekten zur interkommunalen Entwicklung zuwenden. Die Idee eines genossenschaftlichen Elektro-Carsharing-Betriebs wurde bereits auf der letzten Mitgliederversammlung angesprochen und positiv beschieden. Insofern wird sich die Bürgergenossenschaft Barkauer Land eG – wie immer unterstützt durch zahlreiche Helferinnen und Helfer –  mit diesem wichtigen Thema der Zukunft auseinandersetzen.


Das große Engagement der Bürger, die sich in außergewöhnlich hoher Anzahl und mit viel Freude für den Erhalt des Ladens und die Zukunft ihres Umfeldes einbringen, sucht sicherlich seinesgleichen!

Text: Dagmar Thiele-Gliesche / Björn Christensen

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